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Glossar: Fachbegriffe der kindlichen Sprachentwicklung

Die wichtigsten Begriffe rund um Sprachentwicklung, Sprachförderung und Logopädie, verständlich erklärt und fachlich geprüft.

Allgemeine Information, kein Ersatz für ärztliche oder logopädische Diagnostik. Mehr dazu

Kurz gesagt

Dieses Glossar erklärt die häufigsten Fachbegriffe der kindlichen Sprachentwicklung in verständlicher Sprache, von Sprachförderung über Late Talker bis zur phonologischen Bewusstheit. Die Erklärungen dienen der Orientierung und ersetzen keine fachliche Abklärung.

Lisa Brandt, Patholinguistin (M.A.)
✓ Fachlich geprüft
Geprüft von Lisa Brandt, Patholinguistin (M.A.), Praxisleitung. Zum Profil →

Begriffe von A bis Z

Sprachentwicklung

Der natürliche Prozess, in dem ein Kind Schritt für Schritt Laute, Wörter, Grammatik und Sprachverständnis erwirbt, meist von Geburt an bis ins Grundschulalter. Sie verläuft individuell und in Schüben.

Sprachförderung

Die alltägliche, spielerische Anregung der sprachlichen Fähigkeiten eines Kindes, etwa durch Vorlesen, gemeinsames Benennen und Begleiten von Handlungen mit Sprache. Sie ist keine Therapie, sondern unterstützende Begleitung. Mehr dazu →

Sprachentwicklungsstörung (SES)

Eine deutliche, anhaltende Abweichung der Sprachentwicklung vom altersüblichen Verlauf, die mehrere Bereiche betreffen kann: Wortschatz, Grammatik, Aussprache oder Sprachverständnis. Die Abklärung erfolgt ärztlich und logopädisch.

Late Talker

Bezeichnung für Kinder, die mit etwa 24 Monaten weniger als rund 50 Wörter sprechen und noch keine Zweiwortsätze bilden. Ein Teil holt von allein auf, ein Teil benötigt Unterstützung; eine fachliche Einschätzung wird empfohlen. Mehr dazu →

Phonologische Aussprachestörung

Anhaltende Schwierigkeiten, bestimmte Laute regelhaft zu bilden oder im Wort korrekt einzusetzen, über das altersübliche Maß hinaus. Davon zu unterscheiden sind altersgemäße, vorübergehende Aussprachemuster. Mehr dazu →

Mundmotorik

Die Beweglichkeit und Koordination von Lippen, Zunge und Kiefer, die für die Lautbildung gebraucht wird. Sie lässt sich spielerisch anregen, etwa durch Puste- und Zungenspiele. Mehr dazu →

Phonologische Bewusstheit

Die Fähigkeit, die Lautstruktur von Sprache wahrzunehmen: Reime erkennen, Silben klatschen, Anfangslaute heraushören. Sie gilt als wichtige Vorläuferfähigkeit für das Lesen- und Schreibenlernen.

Logopädie und Sprachtherapie

Die fachliche Diagnostik und Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen. Eine logopädische Behandlung wird ärztlich verordnet.

Aktiver und passiver Wortschatz

Der aktive Wortschatz umfasst die Wörter, die ein Kind selbst spricht; der passive Wortschatz die Wörter, die es versteht. Der passive Wortschatz ist in der Regel deutlich größer als der aktive.

Sprachmeilenstein

Ein typischer Entwicklungsschritt, der in einem bestimmten Altersfenster erwartet wird, etwa erste Wörter oder Zweiwortsätze. Meilensteine sind Richtwerte zur Orientierung, keine starren Grenzen. Mehr dazu →

Quellen
  1. Deutscher Bundesverband für Logopädie e. V. (dbl). dbl-ev.de
  2. DGPP / AWMF: S2k-Leitlinie „Diagnostik von Sprachentwicklungsstörungen (SES)", Reg.-Nr. 049-006. register.awmf.org
  3. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), kindergesundheit-info.de. kindergesundheit-info.de

Dieses Glossar dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder logopädische Diagnostik. Bei anhaltenden Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung Ihres Kindes wenden Sie sich an Ihre Kinderärztin oder eine logopädische Praxis.